27 Nov 2009, 10:47pm
Argentinien
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Mein Ziel – der Aconcagua mit 6962m

Der Aconcagua (mit komplettem Namen: Cerro Aconcagua) ist mit 6962m der höchste Berg Südamerikas und des amerikanischen Kontinents sowie der höchste Berg außerhalb Asiens.

Der Aconcagua befindet sich in den argentinischen Anden in der Provinz Mendoza nahe an der chilenischen Grenze. Er besitzt fünf Hanggletscher und bis zu zehn Kilometer lange Gletscher.

Der Aconcagua wird wegen der physischen und psychischen Herausforderungen besonders geschätzt, auch wegen des Klimas und der einzigartigen Umgebung. Er ist der höchste Berg der südlichen Halbkugel und einer der Gesuchtesten unter den 7000ern.Wegen seiner Höhe,geografischen Lage und klimatischen Bedingungen ist er auch ideal, um sich an größere Höhen zu gewöhnen. Vor dem Hintergrund in einer traumhaften Kulisse ist es möglich, sich durch verhältnismäßig leichte Herausforderungen für die anspruchsvolleren 8000er und für andere Gipfel des Himalayas vorzubereiten.

Den „Koloss Amerikas“ zu erklimmen, ist der Stolz vieler Bergsteiger weltweit, denen der Aufstieg des grandiosen Berges als ein unvergessliches Erlebnis immer in Erinnerung bleibt.

Ich will den Aconcagua in einem Team auf der Normalroute im Dezember/Januar 2009/10 besteigen. Trotz der relativ einfachen Route ist dieser Berg auf Grund seiner exponierten Lage, seiner Nähe zum Pazifik, der häufig spontanen Wetterstürze und der kalten Höhenstürme eine ernstzunehmende Herausforderung.

Warum ich überhaupt solch ein Abenteuer anstrebe ?

Dies können Sie in einer kleinen Dokumentation über meine persönliche Entwicklung und Freizeitgestaltung lesen und sehen.

Im Jahr 2000 lief ich in Leipzig in 1:58:50 meinen 1.Halbmarathon und obwohl ich im Ziel kaum meine Arme heben konnte und mir jeder Muskel schmerzte, wusste ich, dass dies nicht mein Letzter war.

Und so lief ich am 20.Mai 2000 schon meinen 1.Marathon auf dem Rennsteig, der seit der Zeit eines meiner jährlichen Highlights darstellt.

Ab und zu probierte ich mich im Triathlon aus, z.B. in Jena, Leipzig und Moritzburg, wobei ich immer mehr Gefallen am Rennradfahren fand. In einer Gruppe einiger anderer „Verrückter“ fuhr ich mit dem Rad im Juni 2001 an einem Tag von Leipzig zum Fichtelberg und am Folgenden wieder zurück. So kamen Pfingsten 2002 auch der Brocken mit einem Umweg über den Kyffhäuser und 2003 der Inselsberg hinzu.

Im September 2003 schafften 30 Hobby-Radsportler – unter anderem auch ich – anlässlich der Olympia Bewerbung Leipzig 2012 die Distanz Rostock – Leipzig 400km in 20 Stunden in einem Ritt.

2004 fuhren wir an zwei Tagen zum Kap Arkona und bei den „Neuseen-Classics“ bewältigte ich das Jedermannradrennen von 72,5km – mein 1.Radrennen – als erste Frau meiner Altersklasse.

Physisch und vor allem auch psychisch war der 4.9. die schwerste Herausforderung 2004 mit 450km von Leipzig nach Berlin und zurück an einem Tag.

So bin ich immer wieder auf der Suche nach Extremsituationen.

2005 fand ich diese bei einer Trekking Tour durch Indien Ladakh mit der Besteigung des kleinen Kang Yatze (6120m) und des Dzo Jongo (6150m) mit Steigeisen und Eispickel.

Trotz der enormen Anstrengungen entschädigte die atemberaubende Landschaft und der Blick auf die schneebedeckten Berge des Himalayas jede Quälerei.

Seitdem hat die Bergwelt und das Bergsteigen einen größeren Stellenwert in meinem Leben eingenommen.

Nach meiner Ausbildung zur Physiotherapeutin 2007 entschied ich mich für einen 6monatigen Aufenthalt in Neuseeland, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern und praktische Erfahrungen in meinem Beruf zu sammeln. Und selbst dort ließ mich die Abenteuerlust nicht in Ruhe: 4 Wochen mit dem Rucksack durch die unberührte Landschaft und endlose Weite Neuseelands – ein Traum, der wahr wurde.


Dies ist unser voraussichtlicher Reiseablauf abhängig natürlich von der Wetterlage und den eigenen physischen und mentalen Gegebenheiten

1.Tag 27.12.09: Flug von Frankfurt nach Santiago de Chile.

2.Tag 28.12.09: Am Morgen 9:35 Uhr Ankunft in Santiago. Weiterflug am Nachmittag 16:45 Uhr nach Mendoza 17:40 Uhr. Transfer zum Hotel und dem Zimmerbezug, Übernachtung im einfachen Mittelklasse-Hotel.

3.Tag 29.12.09: Vormittags muss sich jeder bei der Parkverwaltung für den Aconcagua registrieren lassen und erhält sein Besteigungs- Permit. Danach geht’s noch zu einem Supermarkt, um das letzte notwendige Essen für die Expedition einzukaufen. Am Nachmittag Transfer bis kurz vor die chilenisch, argentinische Grenze nach Penitentes auf 2650 m. Übernachtung in einer einfachen Hosteria für Bergsteiger. Fahrzeit ca. 3-4 h.

4.Tag 30.12.09: Akklimatisationstour auf einen naheliegenden 3400er bei Penitentes. Übernachtung in der Hosteria.

5.Tag 31.12.09: Nach einem ausgiebigen Frühstück brechen wir heute zum großen Ziel der Reise auf, dem Aconcagua. Wir fahren bis zum Parkeingang und nach Erledigung der Permit- Registrierung geht’s zu Fuß weiter. Wir durchqueren teilweise das Horconestal, um dann nach ca. 3 h den ersten Lagerplatz Camp Confluencias auf 3400 m zu erreichen. Übernachtung im Zelt.

6.Tag 1.1.10: Ganztägiges Trekking zur „South Face“ des Aconcagua. Hier hat man bei klarem Wetter einen grandiosen Blick von ca. 3840 m auf die über 3000 m hohe Eiswand des Aconcagua. Zur besseren Akklimatisierung kann man noch an den Geröllhängen bis 4200 m aufsteigen (Gehzeit 6-7 h) Übernachtung im Camp Confluencias.

7.Tag 2.1.10: Durch ein wüstenähnliches und leicht ansteigendes Gelände führt der heutige Weg bis zum Basislager der „Ruta normal“, dem Plaza de Mulas (4200 m). Für die ca. 20 km Weg, welcher mit zahlreichen Bachüberquerungen und schmalen Pfaden verbunden ist, benötigen wir ca. 8 h (900 Höhenmeter). Im Plaza de Mulas treffen wir dann auf ein großes Zeltlager mit vielen internationalen Expeditionen. Übernachtung im Zelt.

8.Tag 3.1.10: Ruhetag im Basislager. Ordnen und sortieren der Ausrüstung ist angesagt und vor allem Ruhe für den Körper.

9.Tag 4.1.10: Akklimatisationstour auf den naheliegenden Cerro Bonete 5013 m (ca. 3 – 4 h Aufstieg).

10. Tag 5.1.10 – 21.Tag 16.1.10: Besteigung des Aconcagua.     Base Camp – Camp Nido de Condores (5430 m), Nido de Condores – Camp Berlin (5850 m), Camp Berlin – Gipfel (6961 m).

22.Tag 17.1.10: Zeitiger Abstieg von Plaza de Mulas bis nach Penitentes (ca. 8 h für ca. 25 km). Übernachtung in einer einfachen Hosteria in Penitentes.

23.Tag 18.1.10: Transfer nach Santiago de Chile (ca. 4-5 h). Der Rest des Tages steht zur freien Verfügung. Übernachtung im 3* Hotel.

24.Tag 19.1.10: Transfer zum Flughafen und Rückflug 14:05 Uhr von Santiago de Chile nach Deutschland.

25.Tag 20.1.10: Ankunft 11:35 in Frankfurt.